30/01/2010

Thema: Masken und Theater

 

30/01/2010 Thema: Masken und Theater, vom Suchen und Finden der eigenen Rolle

Alle Kinder haben die märchenhafte Kraft, sich in alles zu verwandeln, was immer sie sich

wünschen (Jean Cocteau 1889-1963, franz. Schriftsteller)


Zielwörter: Masken, Kostüm, Verkleidung, Spiel, Theater

Begrüßung und gemeinsames singen

5 min

 

 

Einführung ins Thema

 

5 min

„Was ist Theater?"

-          Bühne, Schauspieler, ...

„Wart ihr schon mal im Theater"

„Was passiert da?"

 

Erarbeitung möglicher Rollen an Hand der Fingerpuppen

Kinder ihre Erfahrungen beschreiben lassen

Bild einer Bühne

Evt. Karton als Bühne dekoriert

 

Fingerpuppen

Körper- und Raumerfahrung

5 min

(Klatschen als Trennung und Signal für die nächste Bewegung)

 

Gehen im Kreis, zappeln, Stillstand, langsames sinken zu Boden, auf dem Boden rollen, aufstehen, gehen, ...

Musikalische Begleitung

Basteln:

Basteln einer eigenen Maske

 

15 min

Dabei: spielerische, lockere Beschreiben der Materialen und Handlungsabläufe

 

Erarbeitung eines individuellen Charakters

 

 

Pappteller, Krepppapier, Farben, Pinsel, Kleber, Stifte, Glitter, ...

Schere

Rollenfindung

5 min

Erarbeitung einer eigenen Rolle durch Verkleiden und ggf. Aufmalen

Decken,  Tücher, Materialien im Raum, Papier, Stifte,

gebastelte Masken

Rollenerfahrung

Spiel

5 min

Bewegen im Kreis:

Anleitung durch die Lehrerin: Gefühle nachspielen, mimen und sich dabei im Raum bewegen

-          „ich bin so glücklich"

-          „ich bin ganz traurig"

-          „ich bin sooo müde"

-          Etc.

 

Evt. Musikalische Hintergrundbegleitung

Rollenbestimmung

1 min

Welche Stimmung passt heute am besten zu eurem dargestellten Charakter?

Mehrere?

 

Erweiterung Rollenerfahrung

10 min

 Nun sollen die Kinder miteinander agieren,

die Charaktere treffen aufeinander, reden miteinander

 

Hierbei ist es die Aufgabe der Lehrpersonen darauf zu achten, dass deutsch die erste Sprache ist und die Nutzung besonders hervorgehoben und verbal gelobt wird.

 

Einleitung der Pause

1 min

Treffen im Kreis, Masken und Kostüme werden demonstrativ abgelegt und in der Mitte auf einer Decke gelassen.

Ausstieg aus der Rolle

 

Pause

15 min

-           

 

Snack

15 min

Wiederholung der bekannten Vokabeln:

Beim Essen soll beschrieben werden, wie das Obst schmeckt (salzig, süß), was da auf dem Teller liegt (Banane, Mandarine), was für Obst kennt ihr noch?

 

Wiedereinstieg

3 min

Treffen in der Mitte, Aufnahme der Masken

 

Kräftiges Zappeln und Schütteln, „alle wieder in der Rolle?"

 

 

Darstellung der Rollen

10 min

Dies erfordert einigen Mut der Kinder und kann im Einzelfall angepasst werden.

 

Wir bauen Bühne auf einer Seite des Raums, jedes Kind soll nun seine Rolle vorstellen.

was wurde gebastelt, welche Stimmung wird dargestellt, soll von den zuschauenden Kindern im besten Falle erraten werden

 

Wir verbannen englisch sprechen unsere eigene Phantasiesprache, wenn die deutschen Wörter fehlen.

 

Bühne

Improvisation

http://www.schnawwl.de/bilder/trans.gifEin Fest wird vorbereitet, ein Fest für Kinder."

 

30 min

Wir erarbeiten eine Geschichte mit den hergestellten Charakteren.

Dabei sollen so viele Ideen wie möglich seitens der Kinder einfließen.

 

Phantasie-Sprache benutzen

 

Tanzen, bewegen, Sprache durch Körper ersetzen und sich somit vom englischen als einziges Ausdrucksmittel lösen

 

Bühne

Hinausführen aus der Rolle:

 

Wiederholung des Spiels

„Wo ist der Ball?"

5 min

Ball auf einem großen Tuch balancieren.

 

Stärkt die Gruppendynamik und das Gefühl füreinander außerhalb der Rollen

Großes Tuch, Ball

Verabschiedung und Abschiedslied

2 min

 

 

 

Theaterpädagogisches Leitkonzept[1]:

Auseinandersetzung mit sozialen Rollen:

Im Rollenspiel vollzieht sich ein Teil der Sozialisation des Kindes. Kinder können so sein und so tun wie die Großen. Themen kommen aus dem Alltag, d.h. Familie, berufliche Tätigkeiten, soziales Umfeld. Spiel ist für sie Leben und umgekehrt. Das Spiel hat für sie Wirklichkeitscharakter. Kinder spielen Erlebnisse nach, die sie beschäftigen und die sie so bewältigen. Durch Nachahmen (auch ein wichtiger

Grundvorgang im Theater) lernt es unterschiedliche soziale Rollen kennen.

 

Auseinandersetzung mit fremden Identitäten:

Im Stegreifspiel (den Wurzeln des Rollenspiels) können Kinder gehörte Geschichten, Märchen oder Bilderbücher mittels einfacher Requisiten wie Tücher, Hüte spontan nachspielen und verschiedene Rollen ausprobieren. Hier hat jeder die Möglichkeit, seinen Begabungen entsprechend mitzumachen, und so werden auch gerne Dinge wie Tiere oder auch Pflanzen, Steine etc. verkörpert. Aus einem einfachen Handgestenspiel kann dadurch eine ganzkörperliche Darstellung werden. Solche Improvisationen können dann spontan in der Großgruppe vorgeführt werden. Das Stegreifspiel weckt Vorstellungskraft und Freude daran, in fremde Identitäten zu schlüpfen.

Auseinandersetzung mit Gefühlen:

Im Schutzraum des Rollenspiels können Gefühle ausprobiert werden, ohne dass sie real werden. Dazu müssen Gefühle zunächst so dargestellt werden, dass sie von den anderen Kindern wahrgenommen und erkannt werden, was manchmal gar nicht einfach ist. Solche Erfahrungen regen Kinder zu genauerem Beobachten an. Wie befreiend es sein kann, Gefühle auszudrücken und auszuleben, erleben Kinder, wenn sie in die Rolle von Riesen oder Hexen schlüpfen (als Gruppe gibt das eine besondere Dynamik).

 

Auseinandersetzung mit der Rolle in der Gruppe:

Im Rollenspiel können Kinder, die in der Gruppe die Rolle des Außenseiters haben, auch mal in den Mittelpunkt gestellt werden, wodurch ihr Selbstwertgefühl gestärkt wird und sich vielleicht auch ihre Rolle in der Gruppe ändert; Kinder, die sich wenig zutrauen, können die Rolle des Mutigen übernehmen, damit sie sich selbst und andere einmal in einer anderen Rolle spüren. Die Kinder haben so die Möglichkeit, sich und andere in Rollen wahrzunehmen, die konträr zu ihren gewohnten individuellen Verhalten sind. Das Rollenspiel kann deshalb kompensatorisch und heilend

wirken.

 

Auseinandersetzung mit eigenen Erlebnissen:

Erzählen gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Kinder haben ebenso ein großes Bedürfnis, sich mitzuteilen, etwas zu erzählen, auch wenn die sprachlichen Kompetenzen noch nicht ausreichen. Im geschützten Rahmen dieser Kleingruppen wagen sie, aus sich herauszukommen und erzählen einfach drauflos (mit viel Körpersprache). Dieses Erzählen von kleinen Erlebnissen aus ihrem Alltag kann als Schritt auf dem Weg zur Selbstrepräsentation angesehen werden, denn wer erzählt, steht automatisch im Mittelpunkt. Die kurzen Szenen werden dann von den Kindern szenisch umgesetzt (z.B. Erlebnisse mit Haustieren, oft auch Fernsehszenen).

 


[1] Quelle: http://www.theaterwerkstatt-heidelberg.de/uploadverzeichnisse/downloads/tw_info16_rollenkompetenz.pdf